DMOZ

Was ist DMOZ? Einfach erklärt!

DMOZ (Directory of the Web) ist ein webbasiertes Verzeichnis, ein Open Directory Project, das 1998 gegründet wurde. Es war eines der ersten großen Webverzeichnisse und wurde auch als Gnuhoo bekannt. DMOZ war eine beliebte Suchmaschine, die vor allem für Suchmaschinenoptimierung und Backlinks verwendet wurde.

Der Name DMOZ ist eine Kurzform für „Directory Mozilla“. Die Idee dahinter war, dass das Verzeichnis (engl. directory) von der Mozilla-Software genutzt werden könnte, um die Interaktion mit dem Internet zu erleichtern.

Die ursprüngliche Domain von DMOZ lautete http://www.dmoz.org/. Die Abkürzung „DMOZ“ wurde als Name für das Verzeichnis genutzt und bildete auch den Namen der Domain. Nach der Übernahme durch AOL im Jahr 1998 wurde die Domain zu http://directory.mozilla.org/ geändert. Später wurde die Domain jedoch wieder auf http://www.dmoz.org/ zurückgeändert.

Die Domain wurde jedoch im Jahr 2017 geschlossen, als die Website nicht mehr aktualisiert wurde. Heutzutage ist es nicht mehr möglich, auf den Inhalt von DMOZ zuzugreifen oder ihn zu nutzen.

Geschichte

DMOZ ist ein Verzeichnis, das 1998 von Rich Skrenta und Bob Truel gegründet wurde, als beide Ingenieure bei Sun Microsystems arbeiteten. Ursprünglich hieß es Gnuhoo, aber nach dem Kauf durch AOL im Jahr 1998 änderte sich der Name in DMOZ. Es war eine der größten Web-Verzeichnisse und wurde von ODP (Open Directory Project) betrieben.

DMOZ war ein umfangreiches Verzeichnis mit Kategorien für Gesellschaft, Religion und Spiritualität, Computergeschichte, Computerspiele und vieles mehr. Es enthielt Links zu anderen Websites sowie Informationen zur Geschichte verschiedener Regionen auf der ganzen Welt.

Im Jahr 2017 wurde DMOZ aufgrund des Rückgangs des Suchverkehrs und des Anstiegs neuerer Suchmaschinen wie Google geschlossen. Seitdem hat es keine Aktualisierung mehr gegeben und die Website ist nicht mehr verfügbar.

Ziele und Herangehensweisen

Das Ziel des Projekts war es, einen webbasierten Katalog zu schaffen, der schnell aktualisiert werden konnte und den Nutzern eine umfassende Sammlung von Webadressen bietet. Der Katalog bestand aus mehreren Kategorien, die in einer Baumstruktur organisiert waren. Jede Kategorie enthielt Unterkategorien und Links zu relevanten Seiten. Die Einträge im Katalog mussten manuell von Redakteuren freigeschaltet werden, um ihren Stellenwert zu gewährleisten.

DMOZ (Directory of the Web) wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um ein einfach zugängliches und umfassendes Glossar des Webs zu schaffen. Das Ziel war, eine Webseite zu erstellen, die es den Nutzern ermöglicht, schnell und einfach relevante Informationen zu finden, ohne durch unzählige Suchergebnisse wühlen zu müssen.

Zu dieser Zeit hatten viele Suchmaschinen wie Yahoo!, HotBot und AltaVista Schwierigkeiten, relevante Ergebnisse zu liefern. Es gab einen hohen Anteil an Spam und minderwertigen Inhalten, die den Suchenden keine relevanten Informationen boten. Das machte es den Nutzern schwierig, sich im Web zurechtzufinden und Informationen zu finden, die den Bedürfnissen entsprechen.

DMOZ sollte dieses Problem lösen, indem es sich auf die Erstellung einer qualitativ hochwertigen Datenbank konzentriert. Die Plattform bot eine Sammlung von Webseiten, die manuell von Redakteuren überprüft wurden. Dadurch wurden die relevantesten und sachlich korrekten Webseiten ausgewählt.

Die Einträge in DMOZ wurden in verschiedene Themenbereiche organisiert und boten den Nutzern eine klare Struktur. Die Webseiten wurden in Kategorien und Unterkategorien aufgeteilt, was den Nutzern dabei half, Webseiten schnell und einfach zu finden.

DMOZ war somit ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Webverzeichnisses und hat die Art und Weise, wie die Nutzer das Netz durchsuchen, verändert. Obwohl DMOZ heute nicht mehr existiert, hat seine bedeutende Rolle im Webkatalog viele alternative Produkte inspiriert, um die qualitativ hochwertige Datenbank-Funktion aufrechtzuerhalten.

Nutzung

DMOZ hatte sehr hohe Standards für die Datennutzung und Relevanz der verlinkten Seiten. Algorithmen wie Pagerank und redaktionelle Prüfung sorgten dafür, dass nur qualitativ hochwertige Inhalte angezeigt wurden. Daher war es für Suchmaschinenoptimierer und Betreiber besonders nützlich, da sie sicher sein konnten, dass ihre Seiten in den Suchergebnissen angezeigt wurden.

Die Inhalte des Webverzeichnisses waren frei zugänglich und konnten ohne Einschränkungen genutzt werden. Die Daten waren im RDF-Format verfügbar und konnten als vollständiger Datensatz oder Ausschnitt heruntergeladen werden. Neue Versionen wurden in der Regel wöchentlich veröffentlicht und enthielten sowohl URLs als auch Verzeichnisstrukturen und Verlinkungen.

Die Weiterverbreitung der Daten unterlag den Open-Directory-Project-Lizenzbedingungen, welche eine sichtbare Quellenangabe und Links enthielten, um neue Einträge vorzuschlagen und sich beim ODP zu bewerben. Aufgrund dieser Regelungen wurde der Inhalt auf vielen Seiten übernommen, darunter auch Google, welches bis 2011 die Daten von DMOZ für sein eigenes Webverzeichnis nutzte.

Editoren

Die Editoren von DMOZ arbeiteten als Freiwillige und wurden auch als „Redakteure“ bezeichnet. Das bedeutet, dass sie ihre Arbeit ohne Bezahlung und aus eigenem Antrieb geleistet haben.

Die Editoren waren dafür verantwortlich, die eingereichten Websites auf ihre Qualität und Aktualität zu überprüfen, sowie darauf, ob sie den Kriterien und Standards von DMOZ entsprachen. Dabei mussten sie sicherstellen, dass alle Einträge sorgfältig überprüft wurden, um sicherzustellen, dass nur relevante und hochwertige Websites veröffentlicht wurden.

Die Arbeit der Editoren bestand darin, die Einreichungen der Benutzer zu überprüfen, die relevante Kategorie für die jeweilige Website zu bestimmen, die Beschreibungen zu überarbeiten und Links zu ähnlichen Websites hinzuzufügen. Sie waren auch dafür zuständig, die Einträge zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie noch relevant waren. Außerdem recherchierten sie viel selbst, um neue, relevante Inhalte für das Verzeichnis zu finden.

Die Arbeit der Editoren war ein wichtiger Teil des DMOZ-Projekts, da sie sicherstellten, dass die Einträge korrekt und vollständig waren. Auch die Aktualität der Einträge konnte so aufrechterhalten werden. Aufgrund der hohen Standards von DMOZ waren die Editoren sehr wichtig, um sicherzustellen, dass nur qualitativ hochwertige Websites in das Verzeichnis aufgenommen wurden.

Daten

Eintragungen in dem Verzeichnis mussten einen kurzen Titel (in der Regel Bezeichnung der Website oder Firma) sowie eine Kurzbeschreibung des Inhalts, Angebots und Besonderheiten der Website enthalten. 

Die Aufnahmekriterien blieben im Laufe der Jahre unverändert: Eintragungen mussten informativ, zuordnungsfähig, seriös und relevant sein; Werbung, Adwords und Adlinks durften den Informationsgehalt nicht bestimmen; kopierte Informationen aus anderen Seiten mussten ausgeschlossen werden, ebenso Gewaltverherrlichendes, Rassistisches oder Pornografisches sowie Inhalte mit Aufforderung zu kriminellen Handlungen.

Um Missbrauch zu verhindern, wanderten alle Einträge regelmäßig durch den hauseigenen Webcrawler Robozilla; abgelaufene Domains wurden automatisch entfernt, um Aktualität zu gewährleisten; verschiedene Tools (Linkprüfer und Webcrawler) halfen Editoren bei ihrer Arbeit und Metaeditoren halfen bei der Suche nach missbräuchlichen Einträgen.

Einstellung des Dienstes

Leider ist DMOZ im Jahr 2017 abgeschaltet worden und kann nicht mehr genutzt werden. Es gibt jedoch verschiedene Alternativen und Anschlussprodukte, die ähnliche Funktionen bieten.

Eines der bekanntesten Beispiele für ein Nachfolgeprojekt ist Curlie. Dieses Verzeichnis hat viele der Funktionen von DMOZ übernommen und bietet eine umfangreiche Sammlung von Links und Themen für Nutzer. Curlie hat auch ähnliche Standards für die Datennutzung und Relevanz wie DMOZ.

Obwohl DMOZ nicht mehr existiert, ist sein Einfluss noch immer spürbar: Viele andere Verzeichnisse haben sich an seinem Beispiel orientiert und bieten ähnliche Funktionen an. Auch heute noch können Benutzer ihre Websites in Verzeichnissen registrieren lassen, um so mehr Besucher anzulocken.

DMOZ war eines der ersten großen Web-Verzeichnisse und hat den Weg für viele andere geebnet. Obwohl es heute nicht mehr existiert, bleibt es ein Symbol für die Entwicklung des Internets in den letzten zwei Jahrzehnten.